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Johannes Centrum Seniorenheim Osthofen

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Familienleben dient als Leitbild

Rubrik: Berichterstattung / Presse | 0 Kommentare

photoagenten/Rainer Klotz , Bericht von Manfred Janß Wormser Zeitung vom 06.02.10

Johannes Peter und Renate Wegner schauen sich die Pläne des Gebäudes für ihr WG-Projekt an.

Senioren-WG Projekt der "Johannes Altenhilfe" Osthofen will Geborgenheit und Alltagsnormalität

"Das klassische Altenheim wird es zwar auch in Zukunft immer geben, aber man muß daneben auch Alternativen anbieten können", ist Johannes Peter Wegner überzeugt. Die Alternative, die der Inhaber der "Johannes Altenhilfe" in der Lisztstraße nun gefunden hat und realisieren möchte, ist eine Wohngemeinschaft für ältere Menschen. Nächste Woche erfolgt der symbolische "Spatenstich". Die Anregung für diese Idee kam von einem Lehrer der Altenpflegeschule in Worms. "Er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es so etwas hier in der Region noch nicht gibt," erinnert sich Wegner. Das Konzept der Senioren-WG ist im Grunde einfach und orientiert sich daran, wie das Familienleben noch bis vor wenigen Jahrzehnten fast überall selbstverständlich war. Im Mittelpunkt steht dabei der Raum , der zunehmend als Zentrum und Treffpunkt für die Familie wiederentdeckt wird. die Küche.
"Die Familie ist dabei das Leitbild. Alte Menschen sollen darin wieder die Geborgenheit erfahren können, wie sie die Familie bietet", beschreibt der 66-jährige das Konzept. In der Praxis sieht das so aus, dass der große Koch- und Wohnbereich den Anlaufpunkt für die Bewohner der WG bildet. Dort wird kommuniziert, gekocht und gegessen - wie in einer großen Familie auch.

"Die Wohngruppe plant die inhalte des Alltags selbst, zum Beispiel auch, was gekocht werden soll. Dabei kann jeder eine Rolle übernehmen und sei es nur, die Kartoffeln zu schälen. Wichtig ist dabei, das Gefühl zu vermitteln, wieder gebraucht zu werden, etwas, das gerade alten Menschen heute leider häufig fehlt", erklärt Wegner. Er betont zudem in diesem Zusammenhang dass keineswegs nur Menschen aufgenommen würden, "die noch über eine bestimmte Leistungsfähigkeit verfügen. Uns kommt es darauf an, vorhandene Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten und, so weit es möglich ist, noch verbessern." Dies gelte im Übrigen nicht nur für die Wohnform der WG bei der "Johannes Altenhilfe".
Die Wohngruppe muss auch nicht alleine zurechtkommen. Es steht eine Alltagsbegleiterin, eine sogenannte "Präsenzkraft" als Ansprechpartnerin und Bezugspunkt im Alltag zur Verfügung.
Die Räume für das WG-Projekt entstehen gegenüber dem bereits vorhandenen Seniorenheim. Dort gibt es ein Grundstück mit einem Gebäude, das Johannes Peter Wegner um eine Etage aufstockt und entsprechend umbauen lässt. Ein Anbau komplettiert das Anwesen. Er hat das Areal vor einiger Zeit erworben. Neben dem zentralen Koch- und Wohnbereich gibt es 18 Einzelzimmer, in die sich die Bewohner zurückziehen können, wenn sie mal Ruhe haben wollen. Aufenthalts- und Mehrzweckraum komplettieren das Angebot. "In diesem Mehrzweckraum können beispielsweise auch mal größere Familienfeiern stattfinden, Besuche von Familienmitgliedern oder Freunden ist ausdrücklich erwünscht", bekräftigt Wegner.

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